Glossar

Nutzfahrzeughersteller und Händler befleißigen sich ab und an einer recht seltsamen Sprache. Hier sind einige Begriffe erklärt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Diese Liste wird nach und nach umfangreicher. Es gibt keine Reihenfolge, in der Themen aufgenommen werden. Eine Gewähr für Richtigkeit können wir nicht gewähren.

Wenn Ihnen Fehler auffallen, so bitten wir um eine kurze Nachricht.

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Antriebsformel

Die Antriebsformel gibt Aufschluß über die angetriebenen Räder. Als erstes Beispiel möge hier "6x2" dienen. Die erste Zahl ist die Gesamtanzahl der Räder und die zweite die davon angetriebenen. Hier werden also von insgesamt 6 Rädern 2 angetrieben. Man kann auch sagen, daß von 3 Achsen eine angetrieben wird. Bei einem "4x4" sind also alle der 4 Räder angetrieben, es ist also ein sogenanntes Allrad-Fahrzeug. Im Straßenverkehr ist in Bezug auf LKW meistens bei "8x8" Schluß, also insgesamt 4 Achsen. Was bedeuet also "6x4"?  Wer es nicht weiß, kann gern nachfragen.

Aufbau

Ein Aufbau wird auf ein LKW-Fahrgestell montiert. Je nach Transportaufgabe gibt es die dazu passende Aufbauart.

Auflieger

Kurzform für Sattelauflieger. Eigentlich Sattelanhänger. Der Sattelanhänger wird auf eine Zugmaschine aufgesattelt, kann also alleine nicht fahren. Damit er im abgesattelten Zustand nicht umfällt, ist er vorne mit Sattelstützen ausgerüstet. Das maximale Innenmaß beträgt im Normalfall ca. 13.600mm und die Achsanzahl eine bis drei.

Auto

Nutzfahrzeughändler, Hersteller und Fahrzeugbauer bezeichnen meist einen LKW als Auto.

Blattfederung

Eine biegsame Metallverbindung zwischen Fahrgestell und Achse. Bei voller Beladung biegt die Blattfeder weiter durch als im Leerzustand. So verändert sich das Niveau des Fahrzeuges. Blattfedern werden bei Standard-Fahrzeugen nur noch selten verbaut.

Differentialsperre

Wenn eines von zwei Rädern einer angetrieben Achse durchdreht, also Schlupf hat, ist eine Differentialsperre hilfreich. Ohne eine solche würde das durchdrehende Rad immer weiter drehen und das andere Rad sich nicht bewegen. Eine Differentialsperre stellt eine starre Verbindung zwischen beiden Rädern her und bewirkt, daß sich entweder beide Räder bewegen oder keines. So kann man meistens wieder vorwärts kommen. Eine Differentialsperre sollte man nur bei extrem langsamer Fahrt einsetzen.

Heben und Senken

Ein luftgefedertes Fahrzeug verfügt meist über diese Eigenschaft. Durch Befüllen der Entleeren der Luftbälge wird das Fahrzeug gehoben oder gesenkt. Das kann unter anderem an Rampen wichtig sein.

Hilfsrahmen

An einem LKW-Rahmen darf nicht geschweißt werden. Für die Montage eines Aufbaus wird zunächst ein Hilfsrahmen auf des Fahrgestell geschraubt. An diesem Hilfsrahmen kann der Aufbauhersteller nun den Aufbau befestigen, wie er es für richtig hält.

Jumbotrailer

Ein Jumboauflieger hat einen Versatz im Fahrgestell. Er kann im Gegensatz zum Megatrailer von Sattelzugmaschinen mit normaler Fahrhöhe aufgenommen werden. Hinten ist er sehr niedrig. Die Innenhöhe vorne beträgt ca. 2.600mm, hinten etwa 3.200mm

Kipper

Ein Kipper kann seine Ladefläche hydraulisch anheben und so die Ladung nach hinten oder zur Seite kippen. Die Bordwände sind meist abklappbar und oder pendelnd.

Koffer

Koffer haben hier nichts mit Reisegepäck zu tun. Ein Kofferaubau besteht aus festen Wänden. Die Wände bestehen aus Holz, Aluminium oder Kunststoff. Der Vorteil liegt auf der Hand: bei formschlüssiger Ladung kann unter bestimmten Bedingungen auf die Ladungssicherung verzichtet werden. Außerdem ist er abschließbar und somit ist die Ware vor Diebstahl geschützt. Der Boden besteht meist aus einem Stahl-Unterbau mit Siebdruck-Fußboden.

Kombiholm

Der Kombiholm beinhaltet die Laufschienen für die Schiebeplane, die Schieberungen und das Schiebeverdeck. Er besteht aus Aluminium. Damit er bei komplett freigelegter Seite nicht durchhängt, wird er mit einer Vorspannung hergestellt.

Kühlkoffer

Der Kühlkoffer besteht aus Kunststoff. Isoliermaterial ist außen und innen mit Polyester beschichtet. Der Boden ist meist eine selbsttragende Konstruktion, das heißt, der Stahlbau ist komplett mit Kunststoff ummantelt. Die Ladefläche wird rutschfest beschichtet, entweder mit Kunststoffgranulat oder Aluminium.

Ladebordwand

Eine Ladebordwand ist meist am Heck des Fahrzeuges angebracht. Eine zumeist aus Aluminium bestehende, serienmäßig 1.800mm hohe Bordwand ist hydraulisch abklappbar und kann ebenso hydraulisch herauf und heruntergefahren werden. Damit kann das Fahrzeug bequem be- und entladen werden. Es gibt unter anderem auch eine faltbare und hydraulisch unter das Fahrzeug verschiebbare Variante.

Luftfederung

Heutzutage sind fast alle Neufahrzeuge im Standardsegment mit Luftfedern ausgerüstet. Der Luftfederbalg wird automatisch mit Luft befüllt und sorgt so für eine weiche Verbindung zwischen Fahrgestell und Achse. Durch gezieltes Be- und Entlüften kann ein Anheben und Absenken des Fahrzeuges bewirkt werden. Ein wesentlicher Vorteil neben dem Fahrkomfort und der Schonung der Ladung ist die Tatsache, daß unabhängig vom Beladungszustand das Niveau des Fahrzeuges annähernd gleich bleibt.

Megatrailer

Ein Megatrailer hat eine große Innenhöhe. Man erkennt ihn an den kleinen Reifen. Er verfügt über eine gerade Ladefläche und im Normalfall über eine Innenhöhe von ca. 3.000mm.

Nachlauflenkachse

Auch Verdrängerlenkung genannt. Durch das Bestreben des Fahrzeuges bei der Kurvenfahrt zu einer Seite hin wird die Achse passiv angelenkt. Bei Rückwärtsfahrten funktioniert das nicht, deshalb muß die Achse in solchen Fällen arretiert werden. Dieses kann auch bequem vom Fahrerhaus aus erfolgen.

Nebenantrieb

Auch Nebenabtrieb genannt. Das Getriebe treibt normalerweise über die Kurbelwelle die Achse an. Oft wird aber ein kleiner Zusatzantrieb benötigt, der zum Beispiel eine Hydraulikpume antreibt. Dieser wird meist per Knopfdruck aus dem Fahrerhaus zugeschaltet.

Pritsche

Eine Pritsche ist eine Plattform mit Bordwänden. Der Unterbau besteht wie beim Koffer meist aus Stahl und Siebdruckplatten. Die Bordwände sind fast ausschließlich aus Aluminium-Hohlprofilen. Der Pritschenaufbau kann auch mit einem Plangestell ausgerüstet werden.

Radstand

Der Abstand einer Achse zur nächsten. Dieses Maß bestimmt die maximal mögliche Aufbaulänge. Die StVZO sagt aus, daß der Überhang des Fahrzeuges maximal 60% des Radstandes betragen darf.

Rahmenüberhang

Das Maß von Mitte Hinterachse bis Fahrzeugende wird als Rahmenüberhang bezeichnet.

Schiebegardine

Die Plane ist auf Rollen aufgehängt. Seitlich rechts und links ist sie mit je einer vertikalen Stange im Aufbau fixiert. An mindestens einer Seite ist die Aufnahme der Stange mit einer Spannvorrichtung versehen. Mit einer Kurbel oder einer Ratsche wird die Plane ge- oder entspannt. Unten ist die Plane mit Spannern am Außenrahmen befestigt. Da im Gegensatz zum Aufbau mit einer Schiebeplane keine Bordwände verbaut werden, ist die Schiebegardine aus verstärktem Material hergestellt und mit durchgehenden vertikal integrierten Gurten versehen.

Schiebeplane

Die Plane ist auf Rollen aufgehängt. Seitlich rechts und links ist sie mit je einer vertikalen Stange im Aufbau fixiert. An mindestens einer Seite ist die Aufnahme der Stange mit einer Spannvorrichtung versehen. Mit einer Kurbel oder einer Ratsche wird die Plane ge- oder entspannt. Unten ist die Plane meistens mit Drehwirbelverschlüssen an den Bordwänden befestigt.

Schiebeverdeck

Oft werden Fahrzeuge auch von oben beladen. Ein Schiebeverdeck läßt sich nach vorne oder hinten verschieben. Nachdem der entsprechende Querholm entriegelt wurde, läßt sich das ganze Dachpaket verschieben. Zum bequemen Erreichen der Verriegelung und auch zum einfachen Verschieben des Daches ist eine Stange vorgesehen.

seitliche Durchladehöhe

Die Innenhöhe eines Aufbaus ist nicht gleich der seitlichen Durchladehöhe. Der Dachholm bzw. Kombiholm, in dem z. B. die Laufschienen für die Schiebegardine und das Schiebeverdeck untergebracht werden, verringert die seitliche Durchladehöhe um ca. 80mm, je nach Bauart.

seitlicher Anfahrschutz

Was passiert früher oft, wenn ein LKW beim Abbiegen einen Radfahrer oder Fußgänger übersehen hatte? Er wurde unweigerlich überrolt, da er unter das Fahrzeug geriet. Deshalb wurde der seitliche Anfahrschutz zur Pflicht. Er verkleidet die seitlich freie Fläche zwischen den Achsen, damit ein anderer Verkehrsteilnehmer zumindest die Chance hat, neben dem Fahrzeug zu Fall zu kommen anstatt unter ihm.

Spriegelgestell

Ein Spriegelgestell ist eine Konstruktion meist aus Stahl zur Aufnahme einer Plane. Das Spriegelgestell beinhaltet meist seitliche Einsteckbretter aus Aluminium oder Holz sowie ein Dach mit meist 5 Dachholmen.

Unterfahschutz

Wenn ein Auto hinten auf einen LKW auffährt, hat der PKW-Fahrer oft keine Chance mehr, denn sein Kopf ist oft da, wo der Aufbau des LKW beginnt. Damit ein PKW nicht mehr so weit unter den LKW rutschen kann, wurde der Unterfahschutz Pflicht. Es ist sozusagen eine Zwangs-Knautschzone am LKW. Es gibt sie auch längenverstellbar, da z. B. Containerfahrzeuge abhängig von der Containerlänge einen variablen Überhang haben. Und der Gesetzgeber schreibt vor, daß dieser Überhang nicht zu groß sein darf. Hier darf er z. B. nicht mehr als 400mm betragen.

Wlf

Wechselladerfahrzeug. So werden Abrollkipper von den Feuerwehren genannt. Eine Zahl danach gibt das Gesamtgewicht in Tonnen an, gehört aber nicht zur Bezeichnung des Wechselladerfahrzeuges. Die Ergänzung LK gibt an, daß das Fahrzeug über einen Ladekran verfügt (WLF-LK).

Zurröse

Eine Zurröse ist ein Metallbügel im Fahrzeugboden zum Einhaken von Spanngurten. Ein Pritschenaufbau muß über eine bestimmte Anzahl verfügen. Bei anderen Aufbauten kann man sie optional einbauen. Neuerdings werden auch gelochte Außenrahmen verbaut, welche viele Zurrmöglichkeiten bieten.

Zwangslenkung

Ein Auflieger kann ganz schön lang sein. Damit man auch um die engsten Kurven kommt, kann er mit einer Zwangslenkung ausgerüstet werden. Ein Keil in der Sattelkupplung überträgt über eine Stange oder Hydraulikanlage den Lenkeinschlag der Zugmaschine auf die Achse(n) des Aufliegers. Dieses funktioniert immer, also bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt.
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